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Projekte, Exkursionen und Kursfahrten

Geldprämie für Erfolg beim Schülerwettbewerb zur Politischen Bildung 2018

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Urkunde

 

Politische Bildung- und Geschichtsunterricht im Theater: Kooperation des John-Lennon-Gymnasiums mit dem Gorki-Theater und dem Arbeitsbereich Politikdidaktik der FU Berlin

Wo kann Geschichts- und Politische Bildung Unterricht stattfinden? Im Klassenzimmer – natürlich. An historisch und politisch bedeutenden Orten in Berlin, in Gedenkstätten. Aber wie funktioniert Unterricht im Theater? Die Klasse 10D hat es ausprobiert.

Zum Unterricht im Theater gehört zunächst ein Stück wie „The Situation“, das sich ausdrücklich als politisches Stück versteht. Als eines der 10 besten Stücke der Spielzeit war es im Mai 2016 zum „Berliner Theatertreffen“ eingeladen. „The Situation“ ist dabei die Umschreibung durch diejenigen, die sich auf Hebräisch oder Arabisch über die Konfliktlage im Nahen Osten unterhalten.

Die Handlung: Noa, Laila, Amir, Hamoudi und Karim sind vor Krieg, Unterdrückung und schlechten Lebensverhältnissen nach Neukölln gekommen, wo sie beim sehr bemühten Lehrer Stefan im Deutschkurs sitzen. Das Tolle am Stück: Es mischt private und politische Konflikte, wie bei Noa und Amir. Sie ist Jüdin, er Palästinenser, vor allem aber sind beide unglücklich verheiratet. In der Nachbesprechung des Stücks äußerten die SchülerInnen, dass ihnen die zahlreichen humorvollen Szenen zwar gut gefielen, dass aber das Besondere des Stücks die erzählten Lebensberichte am Ende des Stücks gewesen seien. Der banale Deutschlehrer „Stefan“ enthüllt, dass er eigentlich Sergej heißt und vor zwei Jahrzehnten als Flüchtlingskind mit seinen Eltern aus Kasachstan nach Deutschland kam.

Auf den Theaterbesuch folgte wenig später der nachbereitende Workshop, ebenfalls in den Räumen des Gorki-Theaters, der von angehenden PolitiklehrerInnen der FU Berlin in Zusammenarbeit mit der Theaterpädagogik des Gorki geplant und durchgeführt wurde. Der Fokus des Workshops lag darin, allen SchülerInnen eine Bühne zu bieten. Dafür wurde die Klasse eigens geteilt, um anhand der Figuren und in Form von Standbildern und kurzen Theaterszenen die Konfliktkonstellationen in Syrien, Palästina und Berlin zu gestalten. So übernahmen die SchülerInnen die Rollen von Noa und Amir, die ihre politisch-private Krise beim Psychotherapeuten aufarbeiten. Neben der spielenden Annährung an den Konflikt wird der Workshop auch der historisch-politischen Dimension des Konfliktes gerecht: Anhand eines großen Modells werden die Geschichte und die Konfliktlinien des Nahostkonflikts erklärt.

In der Kombination aus Theaterbesuch und nachbereitendem Workshop liegt großes Potenzial für den Unterricht in Geschichte und Politische Bildung, weil die SchülerInnen durch das Sehen und Spielen einen tieferen Zugang zu einem hochkomplexen und verschränkten Themenfeld wie dem Nahostkonflikt gewinnen können. Einen herzlichen Dank an die Klasse 10 D für das Einlassen auf den Workshop, an Katharina Studtmann von der FU Berlin für die Konzeption der Kooperation und die Theaterpädagogik des GORKI!

Andreas Schlattmann, Fachlehrer für Geschichte / Politische Bildung in der 10 D

 

 

Fotos vom Projekt

  • Sozialkunde - Bild 1

  • Sozialkunde - Bild 2

  • Sozialkunde - Bild 3

  • Sozialkunde - Bild 4

  • Sozialkunde - Bild 5

 

Bewerbungen in Zukunft nur noch anonym? Die PW-Grundkurse des JLG entscheiden!

Wie kommt eigentlich ein Gesetz zustande? Wie arbeitet der Bundestag? Wie funktioniert Politik?
Auf diese Fragen gab es Antworten für die PW-Grundkurse von Frau Köpp und Herrn Schlattmann (Q2) beim Planspiel des Bundestages, das beide Kurse am 22.03.2017 besuchten.
Nach einer Führung durch das Reichtagsgebäude und einem Besuch der Reichtagskuppel organisierten sich die Schülerinnen und Schüler in Fraktionen, um einen Gesetzesentwurf zu besprechen. Wie im „echten“ Leben diskutierten die Teilnehmenden den Gesetzesentwurf in Ausschüssen und Plenarsitzungen. Das Thema: Soll zukünftig in Bewerbungen im öffentlichen Dienst auf persönliche Angaben der Bewerber verzichtet werden, um eine gerechtere Auswahl zu ermöglichen? Schnell wurde klar, dass das Thema komplex ist: Sind nicht auch über den Wohnort Rückschlüsse auf das soziale Milieu des Bewerbenden möglich? Kann man das Geschlecht weglassen oder ist es nicht gerade wichtig, das Geschlecht anzugeben? Ein Spannungsfeld, das dabei zum Tragen kam, war das zwischen der Verfassung und der Verfassungswirklichkeit, insbesondere in Bezug auf Gleichheit, Gleichberechtigung und Freiheit von Diskriminierung. Diese Themen führten zu intensiven Debatten zwischen den Schüler*innen, die einer Partei zugeordnet wurden und daher in der Regel nicht ihre eigene Position vertreten durften.  
Final stimmten die Schülerinnen und Schüler als Abgeordnete in der letzten Plenarsitzung über den Gesetzentwurf ab. Diese eigene Durchführung des Gesetzgebungsprozesses direkt "vor Ort" faszinierte die Teilnehmenden sowie die Nähe zu den Politiker*innen, die an diesem Tag im Plenarsaal tagten, um den neuen Bundespräsidenten zu vereidigen. Das Fazit: Ein spannender und produktiver Tag, der den Schüler*innen die Arbeit des Bundestages nähergebracht hat.

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