Sozialkunde/Politikwissenschaft

„You say you want a revolution / Well, you know / We all want to change the world ...“ (The Beatles)

 Der von John Lennon 1968 geschriebene Song „Revolution“ kündigte die politischen Aktivitäten an, die in den folgenden Jahren Lennons Wirken in der Öffentlichkeit prägen sollten. Es wird uns im Unterricht nicht gelingen, die Welt zu verändern. Aber wir können die Herausforderungen, vor denen sie steht, besser verstehen lernen – wir können quasi „Durchblick“ gewinnen. Und vielleicht gelingt es uns an der Stelle, an der wir gerade sind, die Welt ein bisschen besser zu machen.

Politik kennen viele nur aus dem Fernsehen und die meisten Vorgänge sind im Detail nicht leicht zu durchschauen. Im Unterricht der Fächer Sozialkunde und Politikwissenschaft lernen Schülerinnen und Schüler, Fragen zur Politik zu stellen, diese zu beantworten und daraus Schlüsse für das eigene politische Handeln zu ziehen.

Sozialkunde (ab 2017: Politische Bildung)

wird von der 7. bis zur 10. Klasse in einem Teil der Doppelstunden des Fachs Geschichte unterrichtet (in der Regel zu Beginn jedes Schulhalbjahres).

Die Förderung politisch mündigen Handelns in der Gegenwart steht im Mittelpunkt des Faches Sozialkunde. Dabei werden gesellschaftliche, politische, rechtliche und wirtschaftliche Aspekte in den Blick genommen, die zum Nahbereich (Schule, Stadt) gehören oder in nationalen, europäischen oder internationalen Zusammenhängen stehen.

Im Fach Sozialkunde – in Kombination mit dem Fach Geschichte – erwerben die Schülerinnen und Schüler grundlegende methodische Fähigkeiten zur Auseinandersetzung mit politischen Fragen.

Im Rahmen des Geschichts- und Sozialkundeunterrichts wird in Verbindung mit der Einführung ökonomischer Grundeinsichten ein Betriebspraktikum durchgeführt, in dem die Schülerinnen und Schüler erste Erfahrungen mit dem Berufsleben machen.

Unterrichtende Lehrkräfte (2016/17): siehe Geschichte.

Politikwissenschaft

wird vom 1. bis 4. Semester als Unterricht in Grund- und Leistungskursen angeboten. Mit dem Besuch eines Grundkurses oder eines Leistungskurses an unserer Schule wird man in die Strukturen, Probleme und Theorien der Politik eingeführt. Ziel unseres Politikunterrichts ist es, zentrale aktuelle politische Themen verständlich zu machen, diese zu beurteilen und eine profunde Meinung zu erarbeiten.

Die Themen des Unterrichts sind an politischer Theoriebildung, Ökonomie, nationaler und internationaler Politik, Fragen der Europapolitik, der Auseinandersetzung mit dem Terrorismus und der Entwicklungspolitik ausgerichtet. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass eine intensive Vernetzung mit außerschulischen Institutionen besteht, indem die Schülerinnen und Schüler die in der unmittelbaren Nähe liegenden Ämter und Institutionen der Bundes- und Ländervertretungen besuchen und mit den Akteuren ins Gespräch kommen.

In diesem Zusammenhang muss auf die lange Tradition der Politiker-Gespräche an unserer Schule aufmerksam gemacht werden, an denen Kommunal- und Landespolitiker sowie auch prominente Bundespolitiker wie Wolfgang Thierse und Renate Künast teilgenommen haben.

Hervorzuheben ist auch die Teilnahme an Wettbewerben. So belegten Schülerinnen und Schüler unserer Schule 2013 mit Internetfilmen und Podcasts zum Thema „Klimawandel und was wir tun können“ den ersten Platz beim Wettbewerb „Berliner Klima-Schulen“.

 

Leistungsbewertung:

siehe Geschichte

Projekte, Exkursionen und Kursfahrten

Sozialkunde- und Geschichtsunterricht im Theater: Kooperation des John-Lennon-Gymnasiums mit dem Gorki-Theater und dem Arbeitsbereich Politikdidaktik der FU Berlin

Wo kann Geschichts- und Sozialkundeunterricht stattfinden? Im Klassenzimmer – natürlich. An historisch und politisch bedeutenden Orten in Berlin, in Gedenkstätten. Aber wie funktioniert Unterricht im Theater? Die Klasse 10 D hat es ausprobiert.

Zum Unterricht im Theater gehört zunächst ein Stück wie „The Situation“, das sich ausdrücklich als politisches Stück versteht. Als eines der 10 besten Stücke der Spielzeit war es im Mai 2016 zum „Berliner Theatertreffen“ eingeladen. „The Situation“ ist dabei die Umschreibung durch diejenigen, die sich auf Hebräisch oder Arabisch über die Konfliktlage im Nahen Osten unterhalten.

Die Handlung: Noa, Laila, Amir, Hamoudi und Karim sind vor Krieg, Unterdrückung und schlechten Lebensverhältnissen nach Neukölln gekommen, wo sie beim sehr bemühten Lehrer Stefan im Deutschkurs sitzen. Das Tolle am Stück: Es mischt private und politische Konflikte, wie bei Noa und Amir. Sie ist Jüdin, er Palästinenser, vor allem aber sind beide unglücklich verheiratet. In der Nachbesprechung des Stücks äußerten die SchülerInnen, dass ihnen die zahlreichen humorvollen Szenen zwar gut gefielen, dass aber das Besondere des Stücks die erzählten Lebensberichte am Ende des Stücks gewesen seien. Der banale Deutschlehrer „Stefan“ enthüllt, dass er eigentlich Sergej heißt und vor zwei Jahrzehnten als Flüchtlingskind mit seinen Eltern aus Kasachstan nach Deutschland kam.

Auf den Theaterbesuch folgte wenig später der nachbereitende Workshop, ebenfalls in den Räumen des Gorki-Theaters, der von angehenden PolitiklehrerInnen der FU Berlin in Zusammenarbeit mit der Theaterpädagogik des Gorki geplant und durchgeführt wurde. Der Fokus des Workshops lag darin, allen SchülerInnen eine Bühne zu bieten. Dafür wurde die Klasse eigens geteilt, um anhand der Figuren und in Form von Standbildern und kurzen Theaterszenen die Konfliktkonstellationen in Syrien, Palästina und Berlin zu gestalten. So übernahmen die SchülerInnen die Rollen von Noa und Amir, die ihre politisch-private Krise beim Psychotherapeuten aufarbeiten. Neben der spielenden Annährung an den Konflikt wird der Workshop auch der historisch-politischen Dimension des Konfliktes gerecht: Anhand eines großen Modells werden die Geschichte und die Konfliktlinien des Nahostkonflikts erklärt.

In der Kombination aus Theaterbesuch und nachbereitendem Workshop liegt großes Potenzial für den Unterricht in Geschichte und Sozialkunde, weil die SchülerInnen durch das Sehen und Spielen einen tieferen Zugang zu einem hochkomplexen und verschränkten Themenfeld wie dem Nahostkonflikt gewinnen können. Einen herzlichen Dank an die Klasse 10 D für das Einlassen auf den Workshop, an Katharina Studtmann von der FU Berlin für die Konzeption der Kooperation und die Theaterpädagogik des GORKI!

Andreas Schlattmann, Fachlehrer für Geschichte / Sozialkunde in der 10 D

 

 

Unterrichtende Lehrkräfte (2016/17):

Frau Köpp, Frau Lenz, Herr Dr. Pfeifer, Herr Schlattmann, Herr Steinberg

Fachleitung

Dr. Willich (Mail: wch@jlgym-berlin.de)