Tipps zum Elternabend

Submitted by admin on Mi, 11/30/2016 - 10:13

Im Folgenden finden Sie einige Tipps zur Vorbereitung und Durchführung eines "klassischen" Elternabends.
Quelle: Der Lehrerfreund

 

1. Vorbereitung des Elternabends

1.1 Vorbereitung im Unterricht:

Es wurde verschiedentlich vorgeschlagen, den Elternabend schon im Unterricht vorzubereiten. Meist erfolgt das in Form einer Schülerbefragung bzw. einer Gruppenarbeit der Schüler und Schülerinnen, in der diese Statements zur Klassensituation/zum Klassenklima formulieren.

Mögliche Fragestellungen: 

Was stört mich/uns am Unterricht/in der Klasse? Was könnte man dagegen tun? Wie beurteile ich/wir das Sozialklima in der Klasse? Was gefällt mir/uns besonders? Mit welchem Fach habe/n ich/wir Probleme. Wo bin/sind ich/wir überfordert?

Diese Informationen können von der Lehrer/in am Elternabend selbst ausgewertet und (in Auszügen) den Eltern vorgestellt werden; außerdem können einzelne Problempunkte als eigenes Thema angesprochen und geklärt werden. 

1.2 Checkliste Elternabend: Vorbereitung durch die Eltern und Lehrer/in

  • Vorbereitung des Ablaufs und der Inhalte

  • Einladungen verschicken - durch den/die Elternvertreter (1. Elternabend durch den Klassenleiter/die Klassenleiterin)

  • Einladungen zur Elternversammlung sollten mit Rücklauf versehen werden. Einladungen werden von Schülern gerne „vergessen“ abzugeben.

  • Nach Diskussion und Beratung mit Eltern und Klassenlehrer können auch Schüler zu ausgewählten oder allen Elternversammlungen eingeladen werden.

  • Eine Entscheidung ist notwendig, ob die Elternversammlung als Informationsabend oder für inhaltliche Diskussionen genutzt werden soll. (Gerade in der 7. Klasse ist das "Kennen lernen" der Eltern besonders wichtig und vorrangig, hier sollten größere Differenzen vermieden werden.

  • Klassenzimmer überprüfen und ggf. aufräumen

  • Namensschilder aufstellen
  • Gelegentlich Gebäck und Getränke (mit Kasse) fördern eine gute Atmosphäre
  • Folie mit Tagesordnung des Elternabends
  • Material für Wahlen bereitstellen, sofern diese anonym erfolgen
  • Anwesenheitsliste erstellen (Vorlage finden Sie weiter unten)
  • Ein Protokoll sollte erstellt und allen Eltern zur Verfügung gestellt werden.

 

2. Durchführung/Ablauf des Elternabends

Es ist ratsam ein Protokoll anzufertigen/anfertigen zu lassen.

  • Begrüßung der Eltern, Vorstellung der eigenen Person

  • Vorstellung der Tagesordnung (auf Folie) / Ergänzungen seitens der Eltern erwünscht?

  • Eltern bekommen kurz Gelegenheit sich mit den umsitzenden Eltern auszutauschen (das sind ja immerhin die Eltern der Kinder, von denen die eigenen Kinder zuhause immer erzählen).

  • TOP 1: Klassenklima (Frage an die Eltern: Was erzählen die Kinder zuhause - alle zufrieden in der Klasse? Probleme? / Eigener Eindruck der Lehrer/in von der Klasse, Ansprechen von möglichen Spannungen, Konfliktpotenzialen usw.)

  • TOP 2: Leistungsstand der Klasse (aus eigener Sicht; evtl. Hinweis auf Lehrer/innen, die im Lauf des Abends dazukommen und sich kurz vorstellen.)

  • TOP 3: Lernstoff (Inhalte des Lehrplans, evtl. Neuerungen im Lehrplan, Prüfungen)

  • TOP 4: Organisatorisches (Hausaufgaben (Umfang/Häufigkeit, Qualitätserwartungen), Sanktionen / Entschuldigungspraxis, Verhalten der Eltern bei Fehlzeiten / Benötigte Materialien/Anschaffung/Finanzierung (auch: Finanzierung von Lektüren) / Eigene Sprechstunde, Termin Elternsprechabend / usw.)

  • TOP 5: Klassenfahrt/Exkursion

  • TOP 6: Fragen der Eltern?

  • TOP 7: Wahl des Elternbeirats

  • Beenden des Elternabends

 

3. Thematische Elternversammlungen

  • Neue Lehrer oder Fachlehrer können zur Elternversammlung eingeladen werden. So lassen sich auch manche Missverständnis klären. (z.B. Schüler: „... wir haben nie Hausaufgaben auf!“ Lehrer: „Bei mir gibt es immer Hausaufgaben."). Eine Vorstellung der Bereichleiter der einzelnen Unterrichtsfächer sowie der Lehrer sollte zu Beginn jedes Schuljahres stattfinden.

  • Gelegentlich stoßen Vorschläge „aktiver Eltern“ bei anderen auf Unverständnis. Eine Möglichkeit, solchen Divergenzen vorzubeugen, wäre, die Elternversammlungen eher als neutrale Informations-Veranstaltung wahrzunehmen und sonstige Aktivitäten auf gesonderte Termine zu verlegen.

  • Eine offene Diskussion mit allen Eltern untereinander und den Lehrern ist sinnvoll; eine direkte Nennung von Namen der betroffenen Kindern und/oder Eltern ist problematisch - außer die Eltern geben sich „selbst zu erkennen". Die Trennung von persönlichen Problemen und dem allgemeinen Thema muss in der Diskussion gegeben sein!

  •  Eltern treffen andere Eltern (teilweise mit dem Klassenlehrer): 3 bis 4 mal jährlich treffen sich interessierte Eltern außerhalb der Schule zum Austausch von Fragen und zur Entwicklung von Ideen für die Klasse. Dazu muss rechtzeitig eingeladen werden. Wenn der Klassenleiter dabei ist, ergeben sich viele individuelle Gespräche. Als Eltern erfährt man meist mehr, als das was man vom eigenen Kind hört und hat Anregungen für Gespräche mit dem eigenen Kind.

  • Treffen Elternvertreter - Klassenleiter: Als sehr effektiv hat sich ein informelles Treffen bei einem Kaffee der Elternvertreter und des Klassenleiter erwiesen, um eine Elternversammlung thematisch vorzubereiten. (Wie stellen sich beide Seiten die Zusammenarbeit vor? Inhaltliche und organisatorische Vorbereitung der Elternversammlungen. Und vieles mehr.)

  • Treffen Eltern/Elternvertreter - Klassenleiter - Schülervertreter: Als günstig erwiesen sich Treffen zwecks Meinungsaustausch zwischen Eltern, Klassenlehrer und Schülervertreter. Angesichts der Vielzahl der Termine und Gremien, sind solche Treffen vielleicht zwei Mal pro Halbjahr durchführbar.

 

4. Themen

Hier werden einige Themen aufgelistet, die in verschiedenen Klassen besprochen wurden. Im Ergebnis entstanden Empfehlungen für Lehrer, Eltern und/oder Schüler. Es wurden weitere Gespräche vermittelt, Maßnahmen festgelegt oder auch „nur“ die Meinungen ausgetauscht.

  • Leistungsbereitschaft der Schüler

  • Hausaufgaben-Organisation/Kontrolle

  • Nutzung der Medien durch Schüler und Eltern (Fernsehkonsum, Computer - Sinn und Unsinn?

  • Umgang der Schüler miteinander

  • Unterrichtsmethodik: Alternativen zum Frontalunterricht

  • Disziplin im Unterricht

  • eigener Klassenraum

  • Essen und Trinken

  • Organisation von Wandertages

  • Organisation von Klassenfahrten

  •  Für und Wider Schüler-Auslandsaufenthalt

  • Drogenberatung (Es bestand großer Informationsbedarf der Eltern. Unter Vermittlung der ElternvertreterIn ist ein Gespräch zwischen Klassenlehrer und Eltern betroffener Kinder in jedem Fall ratsam.)

  • Probleme mit Lehrern (Einzelne Schülerinnen empfanden das Verhalten einer Lehrerin als unfreundlich und ignorant. In einer Aussprache mit dem Klassenleiter, den betreffen Eltern und der Fachlehrerin wurden die Probleme und Lösungsansätze diskutiert.)

  • Ausfallstunden (Ausfallstunden können sinnvoll genutzt werden durch die Vereinbarung von langfristigen Studienaufträgen, die während der Freistunden im Computerraum bearbeitet werden könnten.)

  • Beziehungen in der Klasse (Manchmal gibt es kaum Freundschaften oder Freundesgruppen, auch wenn sonst das Klima in der Klasse gut ist . Die Schüler können z.b. eigenständig kurze Klassenfahrten oder eine Klassenparty organisieren!)

  •  „Schwänzen“ von Unterricht (Bei einer Reihe von Schülern breitet sich Schulfrust aus, der z.T. zum „Schwänzen“ führt. Aussprachen des Klassenleiters mit den Eltern brachten kein Erfolg - der Schüler war zu Aussprachen kaum bereit. Hier sollten andere Eltern und ein Schulpsychologe einbezogen werden. Vielleicht kann man zeitlich begrenzte individuelle Lösungen vereinbaren.)

  • Lernschwierigkeiten (Einzelne Schüler bekommen von Schülern der oberen Klassen Nachhilfeunterricht, was sich sehr gut auf die Leistungen und die gesamte Lernmotivation auswirkt.)

  •  Lernangebote/Lehrplan (Einzelne Schüler vermissen die sie interessierenden Inhalte, wie z.B. Philosophie. Auch fächerübergreifender Unterricht, Kurse und Projekttage und evtl. Variante des „Jugend forscht“ für Gesellschaftswissenschaften sollten dafür verwendet werden. Geben Sie Anregungen und Vorschläge an Lehrer weiter. Laut neuem Schulgesetz müssen Lehrer zumindest begründen, warum sie darauf nicht eingehen!)

Eltern und Lehrer kennen oftmals die Wünsche und Hobbys der Schüler zu wenig! Fragen Sie Ihre Kinder und setzen Sie sich für deren Belange ein!

 

5. Sonstiges

  • Um herauszufinden, welche Probleme überhaupt bestehen, ist ein Gespräch zwischen Eltern und Lehrern wichtig, da die Kinder Unangenehmes oft gerne verschweigen und die Schule von zu Hause „abtrennen“. Nach dem Motto: „Was geht Euch das an, das ist meine Schule - mischt Euch da nicht ein!“

  •  Eltern können bei den Klassenlehrern anrufen, wenn der Verdacht besteht, dass ernsthafte Schwierigkeiten bestehen. Gleiches gilt auch andersherum. (Eltern sollten signalisieren, dass sie angerufen werden möchten, wenn es Probleme gibt.)

  • „Kennenlern-Nachmittage“ für Eltern und Kinder außerhalb der Schule (Grillparty, Bowling-Abend, u.v.m.) sind besonders wichtig. Vor allem in der 7. Klasse.

  • Eltern sind aktiv dabei: Veranstaltungen organisieren, Klassenfahrten planen (Gepäcktransport, Begleitung, usw.), Nutzung der beruflichen Möglichkeiten der Eltern (Vermittlung von Praktikumplätzen und Projekten), Unterstützung bei der Raumgestaltung, Spenden für Klassenraum (Teekocher, Musikanlage, usw.), u.v.m.

Mit freundlicher Unterstützung durch "Der Lehrerfreund".

Weitere Informationen finden Sie unter: www.lehrerfreund.de