Wozu Geschichte?

Was meinte John Lennon 1972, als er sang: “Well it was sunday bloody sunday / When they shot the people there ...”? Welchen Sonntag meinte er? Und wie beurteilte er die Vorgänge? Lennons Text ist nur zu verstehen, wenn man die geschichtlichen Ereignisse kennt, auf die er sich bezog, bzw. wenn man weiß, wie man sich die notwendigen Informationen verschaffen kann. Und man versteht seinen Song besser, wenn man etwas über Lennon selbst weiß, über seine Sicht auf Gesellschaft, Politik, Geschichte ... Tagtäglich begegnen wir Geschichte, ob in einem Song wie dem von John Lennon, ob beim Vorbeigehen an einem Denkmal oder auch beim Betreten des mehr als hundert Jahre alten Schulgebäudes. Die Vergangenheit ist Teil unseres Lebens und das Fach Geschichte versucht zu erklären, warum wir heute so leben, wie wir leben. Und es gibt darauf immer neue und stets mehrere Antworten. Das ist manchmal verwirrend und oft ergibt eine mögliche Antwort nur viele neue Fragen. Aber Geschichte gibt uns dennoch Orientierung in der Gegenwart, indem sie die Augen öffnet, das Denken und Zweifeln fördert. Das alles macht sie spannend und unverzichtbar.

Im Unterricht des Fachs Geschichte entwickeln die Schülerinnen und Schüler die Kompetenzen, die es ihnen ermöglichen, die Vergangenheit so zu erschließen, dass daraus Orientierungswissen für die Gegenwart und Zukunft wird. Grundlegend ist dabei die Aneignung fachspezifischer und fachübergreifender Methoden, die an konkreten, besonders wichtigen Themen aus der Geschichte erworben werden. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Darstellungen von Vergangenheit auseinander und entwickeln eigene Deutungen zu geschichtlichen Ereignisse und Zusammenhängen. Auf diese Weise erwerben sie die Fähigkeit, vergangenes Handeln und Denken von Menschen einzuordnen und zu beurteilen.

Geschichte am John-Lennon-Gymnasium

Geschichte gehört zusammen mit Geografie und Politikwissenschaft/Sozialkunde an Berliner Schulen zum gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld (zweites Aufgabenfeld). Von Klasse 7 bis 10 wird das Fach mit einer Doppelstunde pro Woche unterrichtet, wobei ein Teil der Unterrichtsstunden für das Fach Sozialkunde (ab 2017: Politische Bildung) verwendet wird. Aktuell werden Lehrbücher der Reihe „Anno“ (Ausgabe für Berlin/Gymnasium, Westermann-Verlag) eingesetzt. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten der Jahrgänge 7 bis 10 siehe den Überblick unten.

Zur Vorbereitung auf die Oberstufe, insbesondere auf Leistungskurse, wird zusätzlich in der Klassenstufe 10 das Wahlpflichtfach Geschichte/ Politikwissenschaft mit einer Doppelstunde pro Woche angeboten. Aktuelle politische Themen werden hier auf historische und politische Dimensionen hin untersucht, wobei grundlegende Kompetenzen der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer vertieft werden. Bereits ab Klasse 8 wird im Wahlpflichtunterricht im Umfang von einer Doppelstunde das Fach Sozialwissenschaften angeboten (siehe auf der Homepage ebenda).

Für Tagesexkursionen bieten sichin Berlin zahlreiche außerschulische Orte der historisch-politischen Bildung an, wobei pro Schuljahr mind. eine Exkursion im Fach Geschichte stattfinden soll, zum Beispiel:

- in Jahrgangsstufe 7: Museumsdorf Düppel, Deutsches Historisches Museum

- in Jahrgangsstufe 8: Märkisches Museum, Friedhof der Märzgefallenen

- in Jahrgangsstufe 9: Siegessäule, Haus der Wannseekonferenz

- in Jahrgangsstufe 10: Reichstag, Gedenkstätte Hohenschönhausen.

Im Rahmen der Präsentationsprüfung zum Mittleren Schulabschluss (Klasse 10) ist Geschichte ein sehr gerne gewähltes Fach, weil die Prüflinge vertieft zu Themen recherchieren, arbeiten und präsentieren können, die sie besonders interessieren.

In der Sekundarstufe II (Jahrgangsstufen 11 u.12) findet der Unterricht in Grund- und Leistungskursen statt, wobei die Belegung des dritten und vierten Semesters verpflichtend ist. Regelmäßig wird an der Schule mindestens ein Leistungskurs eingerichtet, in dem ausgewählte Themen aus Antike/Mittelalter, Neuzeit und Zeitgeschichte vertiefend und unter besonderer Beachtung von Geschichtskultur (zum Beispiel im Film, in Ausstellungen, in öffentlichen Debatten, ...) behandelt werden. Dazu tragen auch Workshops an außerschulischen Lernorten, zum Beispiel im Landesarchiv Berlin, sowie Exkursionen und Kursfahrten (zum Beispiel nach Istanbul, Paris, ...) bei. In den vergangenen Jahren haben sich viele Schülerinnen und Schüler entschieden, ihre 5. Prüfungskomponente zum Abitur in Geschichte zu absolvieren. Herausgekommen sind dabei oft hervorragende Arbeiten und Präsentationen zu Themen, die mitunter an persönliche Eindrücke oder Erfahrungen der eigenen Familie oder auch an aktuelle Ereignisse anknüpften, in jedem Fall aber in besonderer Weise den Interessen der Prüflinge entsprachen.

An der Schule finden regelmäßig Gespräche mit Experten und Zeitzeugen statt. In jüngster Vergangenheit besuchten uns u.a. Vera Friedländer, Hans Coppi und Sally Perel.

Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, unter Betreuung von Lehrerinnen/Lehrern und in Kooperation mit anderen Partnern (z.B. Archiven) an Wettbewerben teilzunehmen (z.B. Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten, History Award). Ausstellungen zu historisch-politischen Themen sind immer wieder im Foyer der Schule zu besichtigen.

Inhaltliche Schwerpunkte:

- in Jahrgangsstufe 7: Mittelalter, Europa entdeckt die Welt, Reformation und die Folgen

- in Jahrgangsstufe 8: Absolutismus, Aufklärung, Revolutionen, Industrialisierung

- in Jahrgangsstufe 9: Deutsches Kaiserreich, Imperialismus, Weltkriege, Weimarer Republik, Nationalsozialismus

- in Jahrgangsstufe 10: Kalter Krieg, Bundesrepublik/DDR, aktuelle weltpolitische Entwicklungen

Zu Beginn jedes Schulhalbjahres stehen zusätzlich die Themen des Fachs Sozialkunde im Mittelpunkt des Unterrichts.

- in Jahrgangsstufe 11: attische Demokratie, Römische Republik, mittelalterliche Stadt, Absolutismus, Aufklärung, Revolutionen

- in Jahrgangsstufe 12: Demokratie und Diktatur, Kalter Krieg und deutsche Teilung

Ab dem Schuljahr 2017/18 wird in Berlin ein neuer Rahmenlehrplan wirksam, der zu Veränderungen hinsichtlich der Inhalte führen wird.

 

Leistungsbewertung

Klasse 7-10: In die Leistungsbeurteilung gehen schriftliche Leistungen und sonstige Leistungen ein. In jedem Schulhalbjahr ist mind. eine schriftliche Lernerfolgskontrolle durchzuführen. Darüber hinaus gehören schriftliche Kurzkontrollen und schriftliche Teile von Projektarbeiten zu den schriftlichen Leistungen. Sonstige Leistungen: Zu diesen Leistungen zählen die mündliche Mitarbeit im Unterricht, mündliche Kurzkontrollen, mündliche Teile von Projektarbeiten, Referate und Präsentationen, Hefterführung und weitere Leistungen. Gewichtung: schriftliche Leistungen: ca. 1/3, sonstige Leistungen: ca. 2/3. Innerhalb der sonstigen Leistungen ist die mündliche Mitarbeit mit mind. 2/3 zu gewichten.

Jahrgangsstufen 11/12: In der 11. und 12. Jahrgangsstufe wird in allen Grundkursen eine Klausur/Halbjahr geschrieben und in allen Leistungskursen werden zwei Klausuren/Halbjahr geschrieben (im 4. Semester nur eine). Die Klausurergebnisse gehen zu einem Drittel bzw. zur Hälfte (Leistungskurse, 4. Semester: 1/3) in die Gesamtnote ein – der jeweils verbleibende Teil ist der Allgemeine Teil. Dazu gehören die mündliche Beteiligung am Unterricht sowie weitere mündliche und schriftliche Leistungen.

Unterrichtende Lehrerinnen/Lehrer (2016/17):

Herr Bahro, Herr Frank, Herr Gorsleben, Herr Hahn,

Frau Köpp, Frau Lenz, Frau Lingnau,

Herr Reitz, Herr Schlattmann, Herr Steinberg,

Herr Walther, Herr Dr. Willich

Fachleiter: Dr. Willich (Mail: wch@jlgym-berlin.de)

Projekte, Exkursionen und Kursfahrten

Kursfahrt des Leistungskurses Geschichte nach Paris (30. Mai - 03. Juni 2016)

Montag

Nachdem wir ohne Probleme in Schönefeld unseren Flug bestiegen hatten und in Paris gelandet waren, ging es mit dem Bus und der Metro zum Hostel, welches zentral im 9. Arrondissement lag. Nach dem Beziehen der Zimmer sowie der Einnahme eines Mittagsnacks, stand die erste „Kieztour“ auf dem Programm. Bei regnerischem Wetter erkundeten wir das 9. Arrondissement, besondere Highlights waren hierbei die Galerie Lafayette (Foto), ein Einkaufszentrum mit Glaskuppel im Jugendstil, sowie die Opéra Garnier. Nach der Kieztour waren wir Schüler für das Einkaufen des Abendbrots verantwortlich, welches wir dann im Hostel gemeinsam einnahmen. Danach ließen wir den Abend mit Spielen, wie zum Beispiel "Werwolf" ausklingen.

Dienstag

Der regnerische Dienstag begann mit einer drei stündigen Stadttour, bei der wir auf den „Spuren der Französischen Revolution“ wanderten. Nachdem wir einige interessante Dinge über Paris und dessen Geschichte erfahren hatten, konnten wir uns in einer Pause mit Nahrung stärken. Anschließend beendete unsere Gruppe den ereignisreichen Tag mit einer Kieztour durch den Stadtteil "Marais". Unter anderem besuchten wir den "Place de Vosges", den "Place de la Bastille" und den "Place de la République". Wir ließen den Abend bei einem gemeinsamen Abendbrot ausklingen.

Mittwoch

Der Mittwoch begann zur Überraschung aller mit deutlich weniger Regen. Dennoch waren die Auswirkungen der schweren Regenfälle immens. Unsere gemeinsame Bootsfahrt auf der Seine fiel leider ins Wasser. Dafür war der Besuch des Louvre am Vormittag umso schöner. Jeder konnte individuell seine Schwerpunkte setzen und eigenständig durch das Museum gehen. Nach dem Besuch mussten wir aufgrund des Bootsausfalls leider zu Fuß bis zum Eifelturm laufen. Hier entstand das gemeinsame Gruppenbild. Das Wetter konnte der Stimmung offensichtlich keinen Abbruch tun. Am späten Nachmittag begann die Kieztour der dritten Gruppe. Ziel war die „Isle de la Cité“ mit der atemberaubenden Notre Dame. Den Abend durfte jeder für sich individuell gestalten.

Donnerstag

Am Donnerstag stand der Besuch des berühmten Schlosses von Versailles auf dem Programmplan. Doch zunächst entpuppte sich die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als ein kleines Abenteuer. Da in der gesamten Stadt Streiks herrschten, fuhren die Bahnen nur unregelmäßig. Dennoch schafften wir es pünktlich in Versailles anzukommen. Das imposante Schloss sowie die unglaublich prächtigen und großen Gärten beeindruckten uns alle gewaltig. Ein Audioguide führte durch die historischen Gebäude. Nach der Besichtigung entdeckten wir ein schönes Antiquariat, in dem viele interessante Dinge zu erstanden waren. Zurück ging es mit einer völlig überfüllten Bahn.

Freitag

Nachdem wir wie jeden Tag gefrühstückt hatten, machten wir uns zu einer letzten Kieztour auf. Unser Ziel an diesem Tag hieß „Montmartre“. Montmartre ist ein Bezirk im Norden der Stadt und die höchste natürliche Erhebung dieser (Mont = Berg). Unsere Tour führte uns zunächst durch ein eindrucksvolles Rotlichtviertel bis wir schließlich zur Hauptattraktion des Tages kamen: der Sacré-Cœur. Diese Basilika ist auf der Spitze des „Berges“, sodass man von hier aus beinahe die ganze Stadt überblicken konnte. Nachdem wir uns diesen Teil des Bezirks ausführlich angesehen hatten, machten wir uns auf den Rückweg, da wir unseren Rückflug erwischen mussten. Bis zum tatsächlichen Abflug waren zwar noch 7 Stunden Zeit, aber durch das Hochwasser und Streiks fuhren nicht alle Verkehrsmittel zuverlässig. Glücklicherweise erwischten wir allerdings einen Bus der uns planmäßig zum Flughafen brachte und selbst unser Flug war überraschenderweise pünktlich. So kamen wir abends alle wohlbehalten und rechtzeitig in Berlin an.